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Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

Illegal Baum gefällt und Seadler-Nachwuchs vermutlich getötet

Datum: 06.05.2020
Rubrik: Gesellschaft

Prenzlau. Kürzlich wurde in der Gemeinde Uckerland erneut ein Horstbaum gefällt. Das Seeadlerpaar hatte sich erst in diesem Frühjahr in der Gemeinde Uckerland angesiedelt. Der oder die Täter haben nicht nur den Baum abgesägt, sondern auch die Eier bzw. gerade geschlüpften Jungen aus dem zerstörten Nest entnommen und beseitigt. Die Ermittlungen laufen, es drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Nachdem in den Jahren 2016 und 2017 im Landkreis Uckermark wiederholt Bäume mit Seeadlernestern gefällt wurden, organisieren der Naturschutzbund Deutschland, die ENERTRAG AG und der Landkreis Uckermark seit 2018 die Bewachung ausgewählter Seeadlerhorste in der Region. An den überwachten Adlerbrutplätzen kam es seitdem nicht mehr zu Verlusten.

Mit einer Flügelspannweite von 250 zentimetern ist der Seeadler der größte heimische Greifvogel. Aktive Verfolgung und Eiersammler brachten ihn zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Brandenburg an den Rand der Ausrottung, es überlebten nur einzelne Paare in der zentralen Schorfheide und in der Uckermark. Durch strenge Schutzvorschriften erholte sich der Bestand bis in die 1950er Jahre. Der Einsatz von Umweltgiften, insbesondere von DDT, verursachte in der Folgezeit häufige Brutausfälle, und die Bestände brachen erneut zusammen. Nach dem DDT-Verbot im Jahre 1988 erholten sich die Bestände abermals. Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten Schutzmaßnahmen wie die Einrichtung von Horstschutzzonen im engeren Umfeld des Brutplatzes, die den Tieren eine störungsfreie Jungenaufzucht ermöglichten. Mittlerweile lebt im Land Brandenburg etwa ein Drittel des bundesdeutschen Bestandes. Seeadler können mehr als 30 Jahre alt werden und haben kaum natürliche Feinde. Zu den wichtigsten Verlustursachen zählen heute Bleivergiftungen über Jagdmunition, Anflüge an Schienenfahrzeuge und Kollisionen mit Windkraftanlagen, zunehmend aber auch die illegale Verfolgung.

Anlass für das oben erwähnte Schutzprojekt war die Vermutung, dass die vorsätzliche und teilweise wiederholte Zerstörung von Greifvogelhorsten im Zusammenhang mit dem geplanten Bau von Windkraftanlagen steht: Die für das Land Brandenburg verbindlichen tierökologischen Abstandskriterien schreiben Mindestabstände zu den Brutplätzen gefährdeter Arten vor, im Falle des Seeadlers sind es 3000 Meter. Allerdings führt die Fällung eines Horstbaumes eben nicht zur Aufhebung der Horstschutzzonen und der Mindestabstände. Im Falle illegaler Handlungen bestehen diese unverändert fort, und es entstehen sogar neue Schutzbereiche, wenn sich die gestörten Tiere an anderer Stelle ansiedeln. Horstbaumfällungen sind deshalb nicht nur Straftaten, sondern schaffen selbst in ausgewiesenen Windeignungsgebieten Unsicherheiten bei der Planung und Umsetzung von Windkraftprojekten.

Quelle. Kreisverwaltung Uckermark

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