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Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

Diesjähriger Vorlesetag findet online statt

Datum: 17.11.2020
Rubrik: Gesellschaft

Prenzlau. Am 20. November findet der bundesweite Vorlesetag statt. Normalerweise wird dann an vielen Orten zum öffentlichen Vorlesen eingeladen. In Prenzlau hatte sich die Aktion in den zurückliegenden etabliert. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Und so entfällt das öffentliche Vorlesen. Der Vorlesetag wird ins Netz verlegt, heißt es aus der Stadtbibliothek im Dominikanerkloster  Und dort werden unter anderem der Bürgermeister oder der Erste Beigeordnete Geschichten vorlesen. Auch bei der Bürgerstiftung Barnim Uckermark will man sich für die Aktion und darüber hinaus etwas einfallen lassen. Denn Vorlesetag sollte jeden Tag sein.

Der „Lesezauber“ ist eines der ältesten Projekte der Bürgerstiftung Barnim Uckermark überhaupt. „Der ‚Lesezauber‘ ist eine Aktion, die sozusagen anstiftend wirken soll. Unser Ziel war es von Anfang an, dass nicht wir als Bürgerstiftung Veranstalter sein müssen, sondern die Idee des ‚Lesezaubers‘ gern kopiert und übernommen werden kann. Samt Namen und Logo“, sagt Katja Neels, die das Projektbüro Prenzlau der Bürgerstiftung leitet.

In Prenzlau sei es vor gut zwölf Jahren die Stadtbibliothek im Dominikanerkloster gewesen, die die Projektidee aufgriff und seitdem eigene Angebote unter dem „Label“ des „Lesezaubers“ unterbreitet. Doch auch die Bürgerstiftung selbst ist mit ihren Vorleserinnen und Vorlesern noch immer unterwegs. „‘Gewesen‘ muss man sagen“, räumt Katja Neels aus. Denn das letzte öffentliche Vorlesen fand im März statt.

Natürlich habe auch die Bürgerstiftung versucht, ihr Angebot ins Netz zu verlagern. „Auf diesem Weg erreichen wir die Kinder schlechter. Vor allem die, die wir sehr dringend erreichen möchten“, macht Neels auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam. Denn das Vorlesen ist längst nicht so allgegenwärtig in den Familien, wie man es sich vielleicht wünscht. Das wird durch die aktuelle Vorlesestudie 2020 belegt. Danach lesen rund 32 Prozent der Eltern in Deutschland selten oder nie vor. Eine Zahl, die seit Jahren schon ziemlich konstant ist. 

Erstmals jedoch geht die Vorlesestudie, die übrigens – so wie der jährlich stattfindende Vorlesetag am 20. November – ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung ist, bei der Fragestellung weiter. So fragte man 2020 insgesamt 528 Eltern, von denen man wusste, dass sie maximal einmal in der Woche vorlesen, warum sie selten vorlesen. Ein Argument: „Wenig Zeit“. Häufig fehle es, so ist in der Auswertung der Studie auf der Internetseite www.vorlesetag.de nachzulesen, an der Zeit und der Bereitschaft zum Vorlesen. Die Hälfte der Eltern gebe an, dass es im Haushalt anderes zu tun gibt und sie zu erschöpft zum Vorlesen sind. Zudem würden 48 Prozent der befragten Eltern denken, dass ihren Kindern woanders schon genug vorgelesen werde. Vor allem in der Kita.“ Ein weiterer Grund sei der fehlende Vorlesestoff. 68 Prozent der befragten Haushalte geben an, dass ihre Kinder maximal zehn Bücher haben. Gleichzeitig fänden es 57 Prozent der befragten Eltern gut, bekämen ihre Kinder regelmäßig Bücher geschenkt. Laut der Studie würden Buchgeschenke die Wahrscheinlichkeit des Vorlesens durch die Eltern erhöhen.

Und dann ist da laut Studie noch der „Spaßfaktor“. 49 Prozent der Eltern mache demnach Vorlesen keinen Spaß. Abgesehen davon, dass manche von ihnen das Gefühl haben schauspielern und ihre Kinder zum geduldigen Zuhören zwingen zu müssen, sagen 44 Prozent der befragten Eltern, dass ihre Kinder zu unruhig seien und 31 Prozent meinen, dass ihr Kind überhaupt nicht vorgelesen bekommen mag.

Damit macht die Studie vor allem deutlich, dass es in Sachen Vorlesen nicht nur um die Kinder, sondern auch um deren Eltern geht. „Wenn wir unsere Vorleseaktionen beispielsweise auf Spielplätzen gemacht haben, kamen auch Eltern dazu und wir mit ihnen ins Gespräch“, beschreibt Katja Neels eine ganz niedrigschwellige Möglichkeit, die Eltern anzusprechen. „Das Vorlesen beinhaltet so viele wichtige Aspekte“, sagt die Mutter dreier Kinder. „Es hilft Sprache und Sprachfähigkeit zu entwickeln, trägt zum Verstehen von Worten und Zusammenhängen bei, fördert Kommunikation, regt die Fantasie an, ist eine wunderbare Möglichkeit, in andere Leben und Alltage einzutauchen, sich wiederzufinden oder andere verstehen zu lernen, ein Gefühl für Lebenssituationen zu bekommen und letztlich auch die Lust zu wecken, selbst lesen zu können.“

Katja Neels führt noch einen weiteren Aspekt an: die Konzentrationsfähigkeit. „Die Kinder wachsen heute in einer medial dominierten Welt auf. Bild und Ton sind quasi immer präsent. Es fällt ihnen zunehmend schwerer, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Beim Vorlesen geschieht das automatisch. Sie hören zu. Und das noch dazu nicht nur einer Stimme, sondern einer echten Person.“ Deshalb hoffe sie, dass es nicht nur bald wieder möglich ist, den „Lesezauber“ live fortzusetzen, sondern zudem noch mehr Partner dafür zu gewinnen.

Quelle. Stadt Prenzlau, spz/Foto: Jens Büttner 

 

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