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Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

Ein Jahr Afrikanische Schweinepest in Brandenburg hat Folgen von nationaler Tragweite

Datum: 10.09.2021
Rubrik: Gesellschaft

Uckermark. Der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland wurde vor einem Jahr am 10. September 2020 bei einem Wildschwein-Kadaver im Landkreis Spree-Neiße amtlich festgestellt. Seitdem ist vor allem das Land Brandenburg das Bollwerk gegen eine weitere Ausbreitung der ASP nach Westen. Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher sagte heute in Potsdam: „Brandenburg stemmt sich gegen einen wachsenden Seuchendruck aus Polen. Unter diesen Bedingungen ist es innerhalb der vergangenen zwölf Monate erfolgreich gelungen, die ASP im Osten des Landes zu halten und eine Ausbreitung Richtung Westen zu verhindern. Unzählige Helferinnen und Helfer haben in Zusammenarbeit mit den Kommunen und unter Koordination des Landeskrisenzentrums Großartiges geleistet.“

Innerhalb eines Jahres wurden sieben Kerngebiete in den grenznahen Landkreisen ausgewiesen und umzäunt. Es entstanden vier doppelt umzäunte Weiße Zonen, Korridore mit einer Breite von bis zu fünf Kilometern, in denen die Wildschweine über Lebendfallen und jagdliche Maßnahmen nahezu vollständig entnommen werden. Bislang wurden 163 Lebendfallen in den ASP-Gebieten aufgestellt.

Damit Deutschland nach EU-Recht als ASP-frei gilt, dürfte ein Jahr lang kein Seuchenfall auf deutschem Boden gefunden werden. Neben der Bekämpfung im Inland ist die Minderung des Seuchendruckes aus Polen von entscheidender Bedeutung für die Tilgung der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg. Deshalb ist die Errichtung eines Schutzkorridors an der Grenze zu Polen erforderlich.

Vier Säulen der Bekämpfung

·         intensive Fallwildsuche durch Suchtrupps, Drohen und Suchhunde, Bergung von Kadavern

·         Zäunungen

·         Entnahme von Schwarzwild durch Lebendfallen und Jagd

·         Biosicherheitsmaßnahmen in der Landwirtschaft

Zur Eindämmung der ASP entstand entlang der Grenze zu Polen ein 255 Kilometer langer fester Zaun. Ende Juni 2021 beschloss der Landeskrisenstab zudem die Errichtung eines Schutzkorridors entlang der Grenze. Dafür wird im Abstand von mindestens 500 Metern ein zweiter Zaun errichtet, von dem bereits ein Drittel fertig gestellt ist.

Brandenburg hatte bereits im Dezember 2019 einen präventiven mobilen Schutzzaun entlang der Grenze zu Polen aufgestellt. Für einen festen Zaun fehlte damals die Rechtsgrundlage, die der Bund trotz Bitten der Länder nicht geschaffen hatte. Erst mit Auftreten der ASP war es möglich, einen festen Zaun zu ziehen.

In den mehrfach abgesuchten Kerngebieten um die ersten ASP-Fälle in Sembten und Klein Briesen gab es im Januar 2021 noch 128 nachgewiesene ASP-Fälle, im August waren es nur noch 5 innerhalb der doppelt umzäunten Gebiete.

1000 Kilometer Zaun in einem Jahr

Insgesamt hat Brandenburg innerhalb des ersten halben Jahres rund 600 Kilometer Festzaun, in den letzten 12 Monaten rund 1.000 Kilometer Festzaun entlang der Grenze und der Kerngebiete verbaut. Zum Vergleich: Dänemark hat 70 Kilometer, Belgien 300 Kilometer innerhalb eines Jahres gebaut.

Verantwortung des Bundes in Krise mit nationaler Tragweite

Silvia Bender, Agrarstaatssekretärin: „Die Situation der schweinehaltenden Betriebe innerhalb der Restriktionszonen ist sehr ernst. Als Land unterstützen wir bei finanziellen Mehraufwendungen für erforderliche Untersuchungen der Schweine sowie Transport und Vermarktung der Tiere. Ohne weitere Hilfen wird es aber auf absehbare Zeit keine Schweinhaltung mehr in den von der ASP betroffenen Gebieten geben. Ich erwarte deshalb von der Bundesregierung, endlich ein umfassendes Förderprogramm aufzulegen, um die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen der Betriebe bei der Vermarktung ihrer Schweine auszugleichen, Betriebe bei einem seuchenbedingten temporären Ausstieg oder Teilausstieg aus der Erzeugung zu unterstützen sowie den Aufbau regionaler Schlachtmöglichkeiten und Wertschöpfungsketten zu fördern.“

Appell an Bundesregierung:

·         Auflage eines Hilfsprogramms für Schweinehalter in den Restriktionszonen.

·         Forcierung der Gespräche mit Brüssel zum Konzept eines Schutzkorridors entlang der Grenze. ASP-Funde östlich der Schutzzone sollen dann nicht mehr Deutschland zugerechnet werden.

·         Schnellstmögliche wildschweinsichere Einzäunung von Bundesautobahnen sowie Überwegen und Unterführungen, damit diese eine zusätzliche Barriere für die ASP bilden.

Seit 2007 breitet sich die ASP von Georgien ausgehend Richtung Westeuropa aus. In Westpolen gab es im November 2019 die ersten Fälle, zunächst im Süd-Westen, inzwischen aber wandert das Virus ungebremst in den Nord-Westen von Polen. Brandenburg ist damit einem anhaltenden Seuchendruck ausgesetzt. Insgesamt wurden bislang 1622 in Brandenburg entnommene oder als Fallwild gefundene Tiere positiv auf ASP getestet.

Aufruf zur Wachsamkeit bei Bürgerinnen und Bürgern

Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren, übertragen. Eine Verschleppung der ASP kann über Speisereste erfolgen, die von infizierten Haus-oder Wildschweinen stammen. In rohem Fleisch, gepökelten oder geräucherten Fleischwaren wie Schinken und Würsten (z.B. Salami) ist das Virus monatelang ansteckungsfähig. Eine Übertragung ist auch durch virusbehaftete Kleidung und Geräte möglich.

Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Um eine Weiterverbreitung der ASP durch den Menschen zu verhindern ist es wichtig, dass keine tierischen Lebensmittel bzw. Abfälle wie Wurstbrote zum Beispiel an Autobahnrastplätzen weggeworfen oder Speisereste auf den Kompost geworfen werden. Solche Essensreste sollten für Wildschweine nicht zugänglich entsorgt werden.

Um ein Eindringen von Schwarzwild in andere Gebiete zu verhindern müssen die Tore der Elektro- oder Festzäune stets geschlossen sein und es dürfen natürlich auch die Zäune nicht beschädigt werden. Werden Schäden oder Diebstähle, etwa Batterien zur Stromversorgung von Elektrozäunen bemerkt, werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, diese der Polizei zu melden.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg/Foto: Archiv

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