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Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

Akuter Ärztemangel

Bürgermeister wendet sich an Kassenärztliche Vereinigung

Datum: 15.10.2021
Rubrik: Gesellschaft

Prenzlau. Der Mangel an Fachärzten in Prenzlau ist bekannt. „Die Problematik weitet sich jedoch aus. Auch bei den Allgemeinmedizinern spitzt sich die Lage zu. Bereits heute können die meisten von ihnen aus Kapazitätsgründen keine neuen Patienten annehmen“, sagt Bürgermeister Hendrik Sommer. Und gleichwohl die Stadt keinen Einfluss auf die medizinische Versorgung hat, so erreichen die Verwaltung trotzdem viele Bürgerbeschwerden, die auf eben diesen Umstand aufmerksam machen.

„Sie weisen darauf hin, dass für die Stadt Prenzlau und ihre Ortsteile mit ca. 19.000 zu versorgenden Bürgern aufgrund der Schließung der Hausarztpraxis von Dr. Finger nun nur noch Hausärzte zur Verfügung stehen, die massiv überlastet sind und keine neuen Patienten mehr annehmen. Überweisungen an Fachärzte können nicht eingeholt werden. Da es keinen Anspruch auf Allgemeinmedizinische Versorgung am Wohnort gibt, eskaliert der Unmut zunehmend. Einen niedergelassenen Dermatologen besitzt Prenzlau schon seit knapp 20 Jahren nicht mehr“, beschreibt es Sommer und hat dies auch in einem Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg mit diesem Wortlaut deutlich gemacht. Es sei, so Sommer weiter in seinem Brief, allseits bekannt, dass immer weniger Ärzte bereit sind, sich mit einer Praxis in ländlichen Gebieten wie Prenzlau niederzulassen.

Bereits niedergelassene Ärzte hätten deshalb auch Schwierigkeiten, eine Nachfolge zu finden. „Dies ist bereits Realität, dafür bedarf es nicht des Abwartens prognostizierter Modellrechnungen für 2030. Mir sind ebenfalls die komplexen Gründe hierfür bekannt: Budgetierung, zunehmende Bürokratisierung und eine schwache Infrastruktur auf dem Land, etc. Mit Wohlwollen registrierte ich daher die Imagekampagne ‚Lass dich nieder‘ der Kassenärztliche Bundesvereinigung. Hier wäre es nur wünschenswert, sich auch als Stadt mit Ärztemangel darstellen zu können“, so das Stadtoberhaupt. Den Recherchen auf der Internetseite www.kvbb.de habe er entnehmen können, dass die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg verschiedene Instrumente ausgearbeitet hat und umsetzt, um einem Ärztemangel vor Ort entgegenzuwirken.

So können 46 Mittelbereiche des Landes Brandenburg, in denen ein Ärztemangel droht, beispielsweise Programme beanspruchen, um Zulassungen zu fördern. Das Feststellungsverfahren, ob eine Region als unterversorgt gilt, obliegt dem Landesausschuss. „Das ist ein wertvolles Anreizinstrument für Kommunen zur Steigerung der Bereitschaft sich niederzulassen. Mit Erstaunen musste ich allerdings feststellen, dass Prenzlau weder in der Arztgruppe Dermatologie noch der Arztgruppe Hausärzte aufgelistet ist. Sondern lediglich in der Arztgruppe Augenheilkunde. Meiner Ansicht nach ist dies weder nachvollziehbar noch den Bürgern erklärbar, warum Prenzlau in den Arztgruppen Dermatologie und Hausärzte nicht als Fördergebiet (Stand 07.09.2021) ausgewiesen ist. Ich bitte dazu sowie zu vorgesehenen zukünftigen Hilfsangeboten für Kommunen um eine Stellungnahme des dafür verantwortlichen Landesausschusses der KVBB. Ich benötige diese zur Information der Prenzlauer Stadtverordnetenversammlung.“ Zwischenzeitlich kam von der KVBB Antwort. „Allerdings stellt die nicht wirklich zufrieden. Dass wir uns an der Kampagne ‚Ort sucht Arzt‘, auf die in dem Brief hingewiesen wird, beteiligen werden, steht außer Frage.

Bezugnehmend zur fehlenden dermatologischen Versorgung wird darauf hingewiesen, dass ‚für Mitte nächsten Jahres eine Versorgungsverstärkung für den Standort Templin in Aussicht‘ gestellt wird und die Prenzlauer Bürger dafür sicherlich dankbar seien.“ Sommer ist skeptisch, ob das ausreichend ist. Weiter werde in dem Antwortschreiben mitgeteilt, dass es festgesetzte Kriterien gibt, nach denen die vertragsärztliche Versorgung eingeschätzt wird. Danach gelte der Mittelbereich Prenzlau nicht als Förderregion für Hausärzte und Dermatologen. Allerdings bedeute dies nicht, dass bei der KVBB „die ärztliche Versorgung in der Stadt für die Krankenkassen und uns als KVBB unwichtig erscheint, vielmehr muss daraus geschlussfolgert werden, dass es im Land Brandenburg weitere Regionen gibt, die noch eine deutlich angespanntere ärztliche Versorgungssituation vorweisen.“ Das, so Bürgermeister Sommer, tröste nicht. „Wir werden an der Thematik definitiv dranbleiben, um praktikable Lösungen für die Menschen in Prenzlau zu finden.“ 

 

Quelle: Stadt Prenzlau

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