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Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

Hier bedienen Sie die drei Herren vom Konsum

Junger Mann bleibt gern im Heimatdorf

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Datum: 03.08.2022
Rubrik: Wirtschaft

Fürstenwerder. In den 1960er Jahren hat hier zum letzten Mal ein Lehrling die Tür zum Konsum in Fürstenwerder aufgeklinkt. Seitdem wollte oder sollte kein junger Mensch mehr den abwechslungsreichen Beruf der Verkäuferin oder des Verkäufers in dem kleinen Geschäft erlernen. Jetzt wollte wieder einer. Heute heißt das Auszubildender. Der neue, seit circa 60 Jahren erste und auch einzige Azubi im Lebensmittelgeschäft in Fürstenwerder heißt Alexander Sohn. Und, wenn der 16-Jährige seine Lehre abgeschlossen hat, muss er sich nicht nur schnöde Verkäufer nennen. Alexander Sohn ist dann Kaufmann im Einzelhandel. Natürlich muss er die drei Jahre Ausbildung erst mal packen. Warum er die unbedingt im ehemaligen Konsum von Fürstenwerder machen will, kann er selbst am besten erklären.

Bei Sven Kumpat lief Alexander damit offene Türen ein. „Wir hatten ohnehin schon überlegt, einen Azubi auszubilden“, informiert der Inhaber von Dein Kaufmann, so heißt der ehemalige Konsum, der seit seiner Eröffnung in den 1950er Jahren nie geschlossen worden war, so wie es ja mit vielen DDR-Verkaufsstellen im ländlichen Raum nach der Wende passiert ist. Und jetzt sogar wieder ein Lehrling. Alexander Sohn kennen viele Kunden bereits, denn er hat ein mehrmonatiges Praktikum hinter sich. Nicht einen Tag sei er zu spät gekommen, lobt sein Chef, der von seiner Einsatzbereitschaft, seinem Fleiß und seiner Freude an der Arbeit beeindruckt ist. „Der Junge ist eine unschätzbare Hilfe“, so der Geschäftsmann, der sich nun selbst auch auf die Schulbank setzen muss. Denn, wenn man einen Auszubildenden einstellt, muss man einen Ausbilderschein haben und den absolviert Sven Kumpat gerade. Das Geschäft, in dem Alexander nun drei Jahre seinen Beruf erlernen wird, ist nur 80 Quadratmeter groß. Und dennoch, da ist sich Sven Kumpat sicher, wird der junge Mann alles lernen, was er auch in einem großen Discounter gelernt hätte. Vielleicht ist ein kleiner Laden sogar besser, denn der 16-Jährige wird wirklich jedes Detail einer kaufmännischen Ausbildung erleben. Und man hat auch schneller einen Überblick über Waren, die fehlen. Alexander hat da schon ein Auge dafür. Sein Chef plant überdies Exkursionen zu einigen Herstellern der regionalen Produkte, die im Laden verkauft werden. Denn über die muss der 16-Jährige Auskunft geben können, sollten Fragen dazu kommen.

Und was man in einem Geschäft auf dem Dorf, in dem Waren des täglichen Bedarfs verkauft werden, unbedingt können muss, ist der Schnack mit dem Kunden. Und den lernt man auch nur dort. Alexander steht gern an der Kasse, spätestens da ist immer ein Gespräch im Gange. Wer in das Geschäft Dein Kaufmann in Fürstenwerder kommt, wird überdies merken: Das sind jetzt die drei Herren vom Konsum. Die zwei langjährigen Mitarbeiterinnen des Geschäftes scheiden aus.

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