Informationen über Cookies auf dieser Website

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

Stadtwerke Schwedt erhöhen Gaspreise zum 1. Oktober

Datum: 30.08.2022
Rubrik: Wirtschaft

Schwedt. Wie die meisten anderen Energieversorger sehen sich nun auch die Stadtwerke Schwedt aufgrund der Mehrkosten gezwungen, diese zum 1. Oktober an ihre Kunden weiterzugeben. Der an den Energiemärkten ohnehin schon exorbitant gestiegene Gaspreis erhöht sich zusätzlich um drei gesetzliche Gasumlagen. „Selbst die besten Analysten haben nicht mit derartigen Preisentwicklungen gerechnet“, beginnt Dirk Sasson, Geschäftsführer des Unternehmensverbundes Stadtwerke Schwedt, die Gaspreisentwicklung an den Börsen seit dem letzten Jahr einzuschätzen. Neben der Verzehnfachung der Beschaffungskosten seit Herbst 2021 sind es drei neue Gasumlagen, die ab 1. Oktober 2022 zusätzlich zu Buche schlagen. Stadtwerke-Kunden hätten in den letzten Monaten von der mittelfristigen Beschaffungsstrategie des kommunalen Energieversorgers profitiert. Große Energiemengen wurden bereits vor Längerem zu günstigen Konditionen beschafft, kleinere Mengen müssen zu aktuellen Marktpreisen zugekauft werden. Jeder Energieversorger fährt hier eine andere Strategie. Wer sich zum Zeitpunkt sehr niedriger Preise langfristig eindeckt, kann seinen Kunden derzeit die besseren Preise bieten. Neukunden können so allerdings nicht mehr versorgt werden, viel zu teuer ist der Energienachkauf an den Terminmärkten geworden.

Wer einen neuen Gasanbieter sucht, muss tief in die Tasche greifen, sofern der Versorger überhaupt noch Neukunden aufnimmt. Die langfristig und vertraglich festgelegten Preise können Gasimporteure, wie Uniper, schlicht nicht mehr halten. Die Gasbeschaffungsumlage soll diese Preisverwerfungen nun ausgleichen. Alle Verbraucher finanzieren diese mit, so auch die Schwedter Stadtwerke-Kunden. Für die insgesamt rund 60 GWh (Gigawattstunden) müssen sie nun rund 1,8 Millionen Euro mehr aufbringen.

„Wir können daher das aktuelle Preisniveau nicht länger abfedern. Um eine nachhaltige Versorgung auch zukünftig sicherstellen zu können, müssen wir diese Mehrkosten an die Verbraucher weitergeben,“ erläutert Sasson. Verbraucher werden in den nächsten Tagen per Post informiert. „Unsere Kunden erhalten die Information zur geänderten Gaspreislage ab dem 1. Oktober dieser Tage per Post,“ so Sasson.

Gas wird demnach – gegenüber den Preisen seit der letzten Anpassung im Juli 2022 und abhängig vom gewählten Produkt – um rund 40 Prozent teurer. Der Arbeitspreis erhöht sich ab 1. Oktober um netto 4,93 ct/kWh [5,87 ct/kWh brutto bei 19 % Mehrwertsteuer]. Der Grundpreis kann gehalten werden und bleibt unverändert, keine Selbstverständlichkeit im Vergleich zu anderen Anbietern.

Die Stadtwerke rechnen vor, wie sich diese Preiserhöhungen – unberücksichtigt der eventuellen Mehrwertsteuersenkung – auf Beispielhaushalte auswirken: Ein Singlehaushalt mit 5000 kWh im Jahr muss in 2022 mit einer Mehrbelastung von 235 Euro gegenüber 2021 rechnen. Ein Zweipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 10 000 kWh zahlt 471 Euro mehr, bei einer Familie mit einem Gasverbrauch von 20 000 kWh schlagen die Mehrkosten für 2022 mit 941 Euro zu Buche.

Wie können Verbraucher mit den Preissteigerungen umgehen? „Als kommunaler Versorger sind die Daseinsvorsorge, stabile Preise und Versorgungssicherheit für uns oberstes Gebot. Die aktuellen Entwicklungen sind daher auch für uns sehr schwierig. Natürlich ist uns bewusst, dass die Zusatzbelastungen durch die gestiegenen Energiepreise für viele nicht einfach zu verkraften sind,“ sagt Sasson und bekräftigt: „Jede Entlastung, die von der Bundesregierung beschlossen wird, werden wir natürlich transparent an unsere Kunden weitergeben.“ Bezug nimmt er dabei auch auf die von der Bundesregierung geplante Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent für Gaskunden ab Oktober 2022. Die Senkung soll zunächst bis März 2024 gelten, wobei Einzelheiten der genauen Umsetzung noch offen sind.

„Die Anpassung des Mehrwertsteuersatzes,“ so Sasson, „sorgt für eine höhere Entlastung vom Singlehaushalt bis hin zu Haushalten von Familien.“ Ein Einpersonenhaushalt würde für 2022 anteilig um circa 36 Euro entlastet. Ehepaare können mit rund 72 Euro und Familien mit etwa 145 Euro weniger Steuern auf ihre Gaskosten rechnen. Trotz gesenkter Mehrwertsteuer empfiehlt sich: Gasverbrauch senken und vorsorgen. „Viele unserer Kunden nutzen bereits vielfältige Energiesparpotenziale Zuhause. Und das ist auch gut so,“ betont Sasson.

Einen Rat gibt er dennoch: „Keiner möchte im Winter frieren, aber bereits eine Absenkung der Raumtemperatur um einen Grad sorgt für eine Einsparung von sechs Prozent.“ Um mit der anstehenden Energieabrechnung für das Jahr 2022 nicht von hohen Nachzahlungen überrascht zu werden, passen die Stadtwerke Schwedt die Abschläge für ihre Kunden automatisch für die Monate Oktober bis Dezember an. Dazu erhält jeder Kunde im Nachgang zur Preisanpassung eine gesonderte Information. Ein Ablesen der Zählerstände zum Zeitpunkt des Preisänderung (1. Oktober) sei nicht notwendig, diese würden – wie bundesweit üblich – automatisch im Abrechnungssystem ermittelt, und wie gewohnt, am Jahresende im Rahmen der Zählerblesung abgefragt werden.

Wie kam es zu den enorm gestiegenen Gaspreisen? Deutschland ist, mehr als die meisten anderen Länder, in Sachen Energieversorgung vom Gas abhängig. Nach Auslaufen der meisten Corona-Maßnahmen zog die Wirtschaft wieder an, die Nachfrage nach Gas stieg immens. Zudem wurde mehr Gas zur Produktion von Strom benötigt, CO2- intensive Kohle wurde zunehmend ersetzt. Gedrosselte Gaslieferungen aus Russland und der Ukraine-Krieg sorgten zusätzlich für Unruhen auf den Energiemärkten, die mit enormen Preissprüngen reagierten.

Welche weiteren Preisentwicklungen sind zu erwarten? Auch im Bereich der Stromversorgung zeichnen sich enorme Preissteigerungen ab, die eventuell ab Januar 2023 für die Kunden der Stadtwerke Schwedt wirken. Die Preisentwicklung in Bereich der Fernwärme wird – ähnlich wie beim Gas – zu Kostenerhöhungen zum Jahresbeginn führen.

Quelle: Stadtwerke Schwedt/Foto: Archiv

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik


111 junge Polizisten treten ihren...

Güstrow. Die ausgebildeten Polizisten verlassen die Fachhochschule in Güstrow und neue fangen an. Zu... [zum Beitrag]

Mehrwertsteuersenkung im...

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer begrüßt die... [zum Beitrag]

Der Hüter der Narva-Lichterkette

Angermünde. Schon als Kind war Thorsten Voß von allem fasziniert, was leuchtete und irgendwie mit Strom zu... [zum Beitrag]

Online Veranstaltung für...

Neubrandenburg. Jetzt findet eine Online-Veranstaltung für Arbeitgebende - aus Gesundheit und Pflege - zum... [zum Beitrag]

Azubis und Studenten werden in...

Prenzlau. Elf junge Damen und Herren haben in diesen Tagen ihre Ausbildung bzw. ein Duales Studium in der... [zum Beitrag]

Nicht nur Bäckereien brauchen...

Schwerin. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat dieser Tage gemeinsam mit Landesinnungsmeister Mathias... [zum Beitrag]

Bundesagentur für Arbeit erweitert...

Neubrandenburg. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erweitert ihr Online-Erkundungstool New Plan um zwei... [zum Beitrag]

Signale stehen auf Rot für Bahnlinie 63

Uckermark. Für die Uckermärker Regionalbahnlinie 63 stehen wieder mehr Signale auf Rot. Der... [zum Beitrag]

Neubrandenburger Arbeitsagentur...

Neubrandenburg. Die Neubrandenburger Arbeitsargentur unterstüzt nun die Lehrlinge, falls das Geld nicht... [zum Beitrag]