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Verstanden

Fernsehen aus der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommern

AOK und Krebsgesellschaft in M-V informieren gemeinsam zum „Tag der Krebsvorsorge“

Datum: 24.11.2022
Rubrik: Gesellschaft

Schwerin. Vorsorge rettet Leben. Doch zu wenige Menschen nehmen das ärztliche Angebot wahr. Bei wichtigen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung gab es im zweiten Jahr der Corona-Pandemie 2021 bei den gesetzlich Versicherten erneut starke Rückgänge. Diese setzten sich auch in der Omikron-Welle im ersten Quartal 2022 fort. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), in der die Teilnahmezahlen gesetzlich Versicherter mit dem Vor-Pandemie-Zeitraum verglichen wurden. Die Auswertung belegt für das Land Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Rückgänge bei den Früherkennungsuntersuchungen von bis zu 19 Prozent. Ein Vorsorg-O-Mat soll diesem Trend entgegensteuern.

Wie schon im ersten Pandemie-Jahr 2020 gab es auch im vergangenen Jahr die stärksten Rückgänge bei der Inanspruchnahme der Hautkrebs-Früherkennung – rund minus 10 Prozent gegenüber 2019. Im ersten Quartal 2022 war der Einbruch mit rund minus 19 Prozent gegenüber dem Vergleichs-Zeitraum 2019 sogar noch größer. Die Zahl der Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs lag im vergangenen Jahr 7,5 Prozent unter dem Wert von 2019, im ersten Quartal 2022 sogar knapp 14 Prozent darunter. Keine Rückgänge, sondern sogar ein kleines Plus von 0,2 Prozent gab es hingegen 2021 bei der Prostatakrebs-Früherkennung. Allerdings zeigt sich dort, dass in den vergangenen zehn Jahren nur rund jeder vierte Mann zwischen 53 und 70 Jahren diese Früherkennungs-Untersuchung wahrgenommen hat.

Frühzeitig diagnostizierter Krebs ist in den allermeisten Fällen heilbar

„Die Zahlen sind besorgniserregend und deshalb wollen wir gemeinsam mit der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern die Aufmerksamkeit für das Thema steigern und die Menschen dazu motivieren, sich mit dem Thema der Krebs-Früherkennung inhaltlich auseinanderzusetzen. Dafür haben wir ein breites Informationsangebot geschaffen und mit dem Vorsorg-O-Mat erstmals auch eine einfache Möglichkeit, schnell und individuell über empfohlene Früherkennungsuntersuchungen aufzuklären“, sagt Hans-Joachim Fritzen, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost.

Wie wichtig die Früherkennungs-Untersuchungen sind, macht Prof. Ernst Klar, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Krebsgesellschaft MV e.V. noch einmal deutlich: „Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig diagnostizierter Krebs ist in bis zu 90% heilbar. Hinzu kommt, dass nur durch die Vorsorge Krebsvorstufen erkannt werden, die noch rechtzeitig beseitigt werden können. Die Untersuchungen sollten unbedingt im empfohlenen Alter wahrgenommen werden, um größtmögliche Sicherheit zu bekommen. Die Wichtigkeit der Vorsorge wird dadurch unterstrichen, dass sich nach Einführung der Programme für Brust-, Darm- und Prostatakrebs die Überlebenszeiten erkennbar verbessert haben, da früher therapiert werden kann und es häufiger möglich wird zu heilen“, so der Mediziner.

Schon vor der Pandemie „Luft nach oben“ bei der Krebsvorsorge

Eine Langzeit-Auswertung auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten für die Jahre 2012 bis 2021 macht deutlich, dass es bei der regelmäßigen Teilnahme an den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen schon vor der Pandemie "Luft nach oben" gab. Sie zeigt, dass die Teilnahmeraten bei allen Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung erhöht werden sollten. So hat nur rund die Hälfte der anspruchsberechtigten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, die vergangenes Jahr 65 Jahre alt waren, im Vergleichszeitraum die Darmkrebs-Früherkennung auch wahrgenommen. Auch bei der Prostatakrebs-Früherkennung wurden die anspruchsberechtigten Männer insgesamt zu selten oder zu spät erreicht: So nahmen in der Altersgruppe zwischen 54 und 70 nur 26 Prozent der Männer in mindestens drei der vergangenen zehn Jahre an der Früherkennung teil. Beim Hautkrebs-Screening nahmen rund 10 Prozent der Frauen und circa 8 Prozent der Männer zwischen 45 und 70 Jahren im betrachteten Zehn-Jahres-Zeitraum die Früherkennung mindestens vier Mal in Anspruch.

Besser sieht es bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs aus: Über 82 Prozent der Frauen zwischen 29 und 40 haben den Empfehlungen entsprechend in mindestens drei von zehn Jahren an der Vorsorge teilgenommen. Auch beim Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs, das in Deutschland schon seit 2009 flächendeckend umgesetzt wird, hat sich die Situation 2021 nach starken Einbrüchen in der ersten Phase der Pandemie weitgehend normalisiert. Mehr als die Hälfte der anspruchsberechtigen Frauen nahm im betrachteten Zeitraum teil.

Informationsangebote „Vorsorg-O-Mat“ und Früherkennungs-Hotline

Um die Menschen stärker für das Thema zu sensibilisieren, starten die Deutsche Krebsgesellschaft und die AOK zum „Tag der Krebsvorsorge“ gemeinsam eine bundesweite  Kommunikationsoffensive, bei der ab dem 28. November für eine Woche Inhalte zum Thema Krebsfrüherkennung und -vorsorge, beispielsweise Informationsfilme zum Ablauf und Nutzen der einzelnen Früherkennungsuntersuchungen, verbreitet werden.  Zudem startet die AOK eine Reihe von Informationsangeboten: Ein neuer „Vorsorg-O-Mat“ beantwortet den Nutzerinnen und Nutzern nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht die Frage, welche Krebsfrüherkennungsuntersuchungen anstehen und was die jeweilige Vorsorge genau beinhaltet. Das neue Online-Angebot ist für alle Interessierten unabhängig von der Krankenversicherung nutzbar. Für ihre Versicherten schaltet die AOK zusätzlich eine Vorsorge-Hotline: Unter der kostenfreien Nummer 0800 1 265 265 beantworten speziell geschulte Expertinnen und Experten des medizinischen Info-Telefons Clarimedis vom 28. November bis zum 2. Dezember alle Fragen rund um die Themen Krebs-Früherkennung und Vorsorge.

Informationen zum Tag der Krebsvorsorge: www.aok.de/tagderkrebsvorsorge

Quelle: AOK Nordost – Die Gesundheitskasse

Foto: Archiv

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